Zeitvertreib

Herr Mosekund, der im Laufe der Jahre die bio­lo­gi­sche Uhr immer deut­licher ticken hörte, bekam zum Geburts­tag eine Spiele­samm­lung. »100 lus­tige Spiele zum Zeitvertreib«, stand auf dem Deckel.
Wozu soll ich, dachte er ver­ächt­lich, als der Besuch gegan­gen war, die Zeit, die mir nur ein­mal ge­geben, mit lusti­gen Spielen ver­trei­ben? Er warf das Ge­schenk in den Müll und nahm das lang­atmig­ste Buch, das er besaß, aus dem Regal: »Was uns Zahlen ver­raten – Ange­wandte Tiefen­analyse der Quer­sum­men auf Konto­aus­zügen«. Herr Mose­kund hatte es bei einer Tom­bola der Spar­kasse gewon­nen und noch nie ver­standen.
Es war eine zermürbende Lek­türe. Nach nur drei Seiten schien es ihm, als sei schon der ganze Abend ver­gangen. So, dachte Herr Mose­kund zufrieden, hat man doch viel mehr von seiner Zeit!

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