Wohlüberlegt

Herr Mosekund, von Natur aus ein bedenklicher Mensch, beschloss, einen Bedenkenträger zu kaufen. Mit der Zeit hatten sich so viele Bedenken bei ihm angehäuft, dass es ihm lästig wurde, immer alle mit sich herumzutragen. Er wollte sie zu Hause aufbewahren, wohlgeordnet nach Thema und Schwere des Bedenkengrades. Jeden Tag, bevor er das Haus verließe, würde er nur jene Bedenken auswählen, die er gerade brauchte.
Also suchte Herr Mosekund ein Möbelfachgeschäft auf, um sich die Angebote anzusehen und eines auszuwählen, das in seinen Flur passte. Erstaunlicherweise war jedoch nur ein einziges Modell vorrätig. Und das musste man auch noch selbst zusammenbauen, aus vielen einzelnen Holzteilen und Schrauben, mit Hilfe einer verwirrenden Zeichnung und eines kleinen obskuren Werkzeugs.
Herr Mosekund resümierte seine spärlichen handwerklichen Kenntnisse und schob den Kauf fürs Erste auf: Diese Anschaffung würde er noch einmal ganz genau bedenken müssen.

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