Was wäre, wenn …

Herr Mosekund hatte einen Verein zur Rettung vom Aus­ster­ben bedroh­ter Konjunktive gegrün­det und setzte sich uner­müd­­lich für deren Ver­brei­tung ein. Zu diesem Zwecke führte er zahl­reiche Gesprä­che und Korres­pon­denzen.
»Gesetzt den Fall«, fragte er am Tag der offenen Tür des Stadt­gefäng­nis­ses einen Be­amten, »ich hin­ter­zöge Steuern, wüsche Schwarz­geld oder erklöm­me einen Fens­ter­sims, bräche in ein Büro ein und stöhle etwas, wie bemäße sich meine Strafe, und wie föchte ich sie an?«
Der Mann über­legte lange und ant­wor­tete dann: »Wo­mög­lich genös­sen Sie eine län­gere Zeit hinter diesen Mauern, die aber schnel­ler schmölze, wenn Sie sich vor Gericht einer bes­se­ren Ein­sicht besän­nen.«
»Und«, fügte Herr Mosekund hinzu, ermutigt durch die unver­hoffte Bekannt­schaft eines Freundes des Konjunktivs, »wenn ich flöhe?«
»Wenn du Flöhe«, warf ein Be­sucher mit augen­schein­li­chem Migra­tions­hinter­grund ein, »dann gründ­lich waschen.«
Da wusste Herr Mose­kund, dass noch sehr viel Bil­dungs­arbeit zu leis­ten war.

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