Um die Wurst

Herr Mosekund saß auf einer Park­bank, als sich ein Spa­zier­gän­ger mit einer Bratwurst in der Hand neben ihm nie­der­ließ. Als der Mann ab­beißen wollte, er­tönte ein knur­ren­des Ge­räusch aus Herrn Mose­kunds Rich­tung.
»Hunger?«, fragte der Mann.
»Nein«, antwortete Herr Mose­kund, »es han­delt sich um Kopf­knur­ren.«
Der Mann sah Herrn Mose­kund irri­tiert an, wes­halb dieser hin­zu­fügte: »Ich be­finde mich mitten in einem ein­wöchi­gen Gehirn­fas­ten. Das ent­schlackt ganz wun­der­bar, aber das Ge­hirn be­schwert sich. Es möchte end­lich wieder etwas denken.«
»Noch nie davon gehört«, sagte der Mann.
»Viele Menschen glauben übri­gens«, fuhr Herr Mose­kund fort, »dass ihr Magen knurrt, dabei ist es ihr unter­be­schäf­tig­tes Ge­hirn. Aber statt zu denken, stopfen sie sich irr­tüm­lich voll und werden fett und krank.«
Der Mann sprang entnervt auf, legte die noch un­ver­sehrte Brat­wurst auf die Bank und lief davon.
Vielleicht, dachte Herr Mose­kund, war es doch der Magen. Man steckt ja nicht drin. Dann nahm er die Wurst und biss ab.

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