Second Brain

»Vielleicht«, eröffnete Herr Mose­kund einem Freund, »wage ich mich auf meine späten Tage noch ein­mal an ein kleines Ge­werbe.«
»So, so«, sagte der Freund über­rascht, »und in wel­cher Branche?«
»Ich würde gern irgend­etwas mit Gedan­ken machen«, ant­wor­tete Herr Mose­kund. »Vieles, was ich durch­dacht habe, wäre doch für den einen oder anderen Mit­menschen noch nütz­lich.«
»Sie meinen einen Handel mit Gebraucht­gedanken?«, fragte der Freund. »Gibt es denn schon einen zünf­ti­gen Namen für Ihre Unter­neh­mung? Wie wäre es mit Second Brain

Second Brain: Eine dunkle, leere Denkblase vor einer ZiegelwandHerr Mosekund schaute den Freund ver­ständ­nis­los an.
»Oder«, fragte dieser, »mit McGeist
»Immer diese Anglizis­men …«, seufzte Herr Mose­kund.
»Oder Mosekunds Mitdenk­service«, schlug der Freund vor.
»Sehr schön!«, rief Herr Mose­kund spontan. »Dann könnte ich mein Ge­werbe gleich …«
»Moment!«, fiel ihm der Freund ins Wort. »Haben Sie über­haupt einen Busi­ness­plan? Ein Finan­zie­rungs­konzept? Eine Mar­ke­ting­strate­gie? Eine Mach­bar­keits­studie? Eine Markt­analyse? Eine Kosten-Nutzen-Kalku­la­tion? Ein Res­sour­cen­opti­mie­rungs­eck­punkte­papier …«
Herr Mosekund schüt­telte den Kopf, durch den die exo­ti­schen Be­griffe schwirr­ten. »Das brauche ich alles?«, fragte er schließ­lich.
»Und noch viel mehr!«, sagte der Freund.
»Dann wird es wohl nichts«, bedau­erte Herr Mose­kund. »Wie sollte ich denn dabei noch Zeit finden, auch nur einen ein­zi­gen Ge­dan­ken zu fassen?«

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