Schwere Geburt

»Was ist denn mit Ihnen pas­siert?«, fragte ein Be­kann­ter Herrn Mose­kund erschro­cken und wies auf dessen von Schwel­lun­gen leicht ent­stelltes Ge­sicht. »Eine Infek­tion?«
»Nein, bewahre«, antwor­tete Herr Mose­kund, »eine schwie­rige Gedan­ken­­geburt. Der Gedanke lag quer, die Hirn­wehen hatten schon begon­nen – aber er be­wegte sich nicht vor und nicht zu­rück. Da musste ich zum Spe­zia­listen.«
»Und der hat dann …«
»… die Synapsenzange genom­men, genau«, sagte Herr Mose­kund. »Aber was will man machen? So ein Ge­danke kann ja nicht ein­fach drin bleiben.«
»Und nun?«, fragte der Bekannte.
»Nun heißt es eine Weile ent­halt­sam leben«, seufzte Herr Mose­kund. »Man kann ja nach einem so schwe­ren Ein­griff nicht gleich wieder mit einem Gedanken schwan­ger gehen.«

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