In der Falle

Als Herr Mosekund immer unzu­friede­ner wurde, beschloss er, die staat­liche Zufrie­den­heits­garan­tie in An­spruch zu neh­men. Der Beamte in der zustän­di­gen Be­hörde lachte herz­lich und ver­wies auf die vor­letzte Reform: »Guter Mann, das ist längst vorbei. Da müs­sen Sie heut­zu­tage privat vorsorgen!«
Herr Mosekund ließ seinen Ver­siche­rungs­ver­treter kom­men und wählte den »Rundum-komplett-zufrieden-Tarif« für zwei­tausend Euro im Monat. Weil die Ver­siche­rungs­summe im Unzu­frie­den­heits­fall erheb­lich ge­wesen wäre – eine Mil­lion Euro –, schickte ihm die Ver­siche­rung drei Mit­arbei­ter, die ihm jeden Wunsch von den Lippen ab­lesen sollten.
Herr Mosekund war so zu­frie­den, dass es ihm lang­weilig wurde. »Wenn Sie mich nicht bald ein­mal un­zu­frie­den machen, dann werde ich echt un­zu­frie­den«, erklärte er den ver­blüff­ten Mit­arbei­tern. Bei sich aber dachte er: Die Mil­lion ist mir sicher!

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