Dichters Warnung

Frei nach Rilke: Wer jetzt noch kein Geschenk hat … - Bunt verpackte Weihnachtsgeschenke im Lichterglanz, im Vordergrund eine Weihnachtsmannfigur

Bei einem Kaufhaus­bummel beob­achtete Herr Mose­kund das befremd­liche Konsum­ver­hal­ten in den letzten Vor­weih­nachts­tagen: rat­lose Men­schen, die hek­tisch zwi­schen den Aus­lagen um­her­irrten und sich für nichts ent­schei­den konnten.
»Wer jetzt noch kein Geschenk hat«, dekla­mierte er ange­sichts eines beson­ders ver­zwei­fel­ten Bür­gers, »findet keines mehr.«
Der Mann schaute ihn ver­ständ­nis­los an.
»Rilke«, erklärte Herr Mose­kund und ver­beugte sich un­merk­lich.
»Und was soll ich Ihrer Mei­nung nach tun, Herr Rilke?«, fragte der Mann.
»Nicht Rilke, sondern Mose­kund«, kor­ri­gierte Herr Mose­kund und fügte aus eige­ner bit­te­rer Erfah­rung hinzu: »Wer unbe­schenkt ist, wird es lange bleiben …«
»Mosekund?«, fragte der Mann.
»Nein, Rilke!«, entgeg­nete Herr Mose­kund.
»Ja, was denn nun?«, knurrte der Mann ver­ärgert.
»Das kann ich Ihnen sagen«, ant­wor­tete Herr Mose­kund und erhob be­schwö­rend die Stimme: »… wird zwi­schen den Rega­len un­ruhig wan­dern …«
»Hören Sie auf!«, schrie der Mann und suchte das Weite.
Dieser Weihnachtsrummel, dachte Herr Mose­kund, macht die Leute wirk­lich verrückt.

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