Demokratie mit Hindernissen

Herr Mosekund hatte beschlossen, den Verein »Freunde und Förderer von Herrn Mosekund« zu gründen. Eingeladen hatte er seinen besten Freund.
Bei der Gründungsversammlung auf seinem Balkon bereitete Herr Mosekund die Wahl des Vorsitzenden vor, als sein Freund eine Erklärung abgab: Er wolle auf jeden Fall Vorsitzender werden, egal, welcher Kandidat die Wahl gewinne, denn schließlich sei er der einzig wahre Freund und Förderer von Herrn Mosekund.
Herr Mosekund war überrascht von diesem Demokratie­verständnis, nahm sich aber vor, die Wahl abzuwarten. Die Auszählung ergab, dass auf Herrn Mosekund hundert Prozent der Stimmen entfielen. Er wollte gerade den Amtseid ablegen, als sein Freund erklärte, er bleibe bei seiner Haltung, alles andere wäre Wah­lbetrug. Seitdem befindet sich der Verein in der Krise.

Schreib als Erster einen Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.