Auf und davon

Herr Mosekund hatte eine Reihe seiner tief­grün­digs­ten Ge­dan­ken gesam­melt, in einem Abreiß­kalen­der zusam­men­gestellt und diesen an Freunde und Ge­sprächs­part­ner ver­schenkt. Nach länge­rer Zeit be­suchte er einen Freund, der gerade dabei war, die bereits ab­ge­trenn­ten Kalen­der­blät­ter zu sor­tie­ren, um sie zum Zwecke des gelegent­li­chen Nach­lesens in einen Ordner zu heften.

Ein kräftiger Windstoß genügt: Ein Windrad dreht sich mit hoher GeschwindigkeitPlötzlich riss Herr Mose­kund, unge­achtet des drau­ßen auf­brausen­den Un­wet­ters, ein Fens­ter auf. Ein hefti­ger Windstoß fegte durch das Zim­mer und trug die Kalen­der­blät­ter davon.
»Um Gottes Willen, was tun Sie da?«, rief der Freund ent­setzt.
»Sie wissen doch«, ant­wor­tete Herr Mose­kund, »die Ge­dan­ken sind frei!«

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