Angenommen

In einer turbulenten Mieter­ver­samm­lung seines Hauses zur Frage der Heiz­kosten­abrech­nung saß Herr Mose­kund rat­los in der Ecke, als der Ver­samm­lungs­leiter plötz­lich auf ihn zeigte und rief: »Herr Mose­kund, was schla­gen Sie vor?«
Herr Mosekund zuckte zusam­men und stam­melte, wäh­rend ihn alle erwar­tungs­voll an­starr­ten: »Ich, nun ja … Ich würde sagen, ähm, viel­leicht soll­ten wir zu­nächst …«
»Genau«, entriss ihm der An­füh­rer der einen Seite das Wort, »wir soll­ten erst ein­mal ver­suchen, die Sache ein­ver­nehm­lich zu klären.«
»Obwohl«, sagte Herr Mose­kund, schon etwas kühner, »ande­rer­seits …«
»… wäre es besser, gleich einen schar­fen Rechts­an­walt mit einer Klage zu be­auf­tragen – ganz meine Mei­nung!«, schrie der Wort­füh­rer der Gegen­seite.
Bei der folgenden Abstimmung be­kam jeder der bei­den An­träge genau 51 Pro­zent der Stim­men.
Vor dem Einschlafen notierte Herr Mose­kund an diesem Abend in sein Tage­buch: Auf mei­nem Grab­stein könnte ein­mal stehen: »Er hat keine Vor­schläge ge­macht. Wir haben sie an­ge­nommen.«

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