Am Boden

Das Institut für Trübsinn hatte zum Tag der offenen Tür ein­ge­laden. An einem wolken­ver­han­ge­nen Morgen zog Herr Mose­kund seinen grauen Anzug an. Er legte die graue Kra­watte um, zog den schwar­zen Mantel über, setzte den grau-schwarz gestreif­ten Hut auf und machte sich auf den Weg durch den dichten Nebel.

Trübsinn: Ein einsamer Spaziergänger an einem regnerischen Nebeltag im Spätherbst

Im Institut schlenderten Hun­derte Inte­res­sen­ten wie Herr Mose­kund schwei­gend durch die düs­te­ren Flure und blick­ten in spar­ta­nisch ein­ge­rich­tete Arbeits­räume. Nur hier und da flüs­terte ein blei­cher Mit­arbei­ter eine knappe, freud­lose Er­läute­rung. Als nach einem quälen­den Vor­trag über die Leere des Nichts ein Streich­quar­tett schwer­mütige Werke zu spielen be­gann, floh Herr Mosekund.
Zu Hause legte er Mozarts Requiem auf und nahm einen Band Herbst­gedichte von Rilke zur Hand. Er brauchte drin­gend etwas Auf­heiterung.

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