Ende gut

Im Antiquariat: Alte Bücher und eine LesebrilleWeil sich in Herrn Mosekunds Wohnung immer mehr Bücher türmten und drängten, entschloss er sich schweren Herzens, eine gewisse Anzahl wegzugeben. Mit einem Stapel, dessen Zusammen­stellung ihn manche Stunde gekostet hatte, begab er sich zum Antiquariat, in der Hoffnung, die Bücher würden auf diesem Wege in gute Obhut kommen.
Der Antiquar sah den Stapel durch, legte drei Bücher zur Seite und schob den Rest mit der Bemerkung »Die habe ich alle dutzendfach« ans Ende des Ladentisches. Dort stand eine Maschine, in deren Schlund der Antiquar hin und wieder ein unbrauchbares Buch steckte, das hineingezogen, im Inneren unter Erzeugung bedenklicher Geräusche zerkleinert und schließlich unten als eine Art Konfettiregen wieder ausgespuckt wurde.
»Ist das etwa ein Reißwolf?«, fragte Herr Mosekund erschrocken und drückte seine Mitbringsel fest an sich.
»Ach was«, antwortete der Antiquar, »das ist ein Buchverzehrer.«
»Ja dann«, sagte Herr Mosekund beruhigt und legte die Bücher wieder zurück.

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